"Oh wie schön ist Panamá!"Der kleine Staat Panamá, einst Teil Kolumbiens, zeichnet sich vor allem durch
eines aus: durch die schmalste (48 km) Landverbindung zwischen Nord-
und Südamerika.
1513 hatte der Spanier Vasco Nunez de Balboa als
erster Europäer die schwer zugängliche sumpfige Landenge zwischen
Karibik und Pazifik durchquert. 1855 verbanden die USA die beiden Meere
durch eine Eisenbahn. Für den Bau hatten sie Gastarbeiter angeheuert,
die es in 5 Jahren schafften, dafür allerdings einem Gerücht zufolge
einen hohen Preis zahlten: "Für jede Bahnschwelle ein toter Chinese."
Das
Ziel aber, den Seeweg von der Ost- zur Westküste der USA um rund 13.000
km zu verkürzen und den Seeleuten die Fahrt um das stürmische Kap Horn
zu ersparen, kam erst in Sicht, als eine französische Gesellschaft die
Bahnlinie von den Amerikanern erwarb und 1880 mit dem Durchstich der
Landenge begann. Die Pläne stammten von Ferdinand de Lesseps, dem
Erbauer des Suezkanals. Doch nach 9 Jahren ging die
Betreibergesellschaft bankrott. 80.000 französische Anleger hatten ihr
Geld, 20.000 Arbeiter ihr Leben in Panamas Dschungel verloren.
Die USA kauften die Konkursmasse für 40 Millionen Dollar. Es war ein
guter Deal. Gegen Anerkennung der Republik Panama und eine einmalige
Zahlung von 10 Millionen sowie ab 1913 von jährlich 250.000 US$
sicherten sich die USA "auf Ewigkeit" alle Rechte zum Bau, Betrieb und
Schutz des Kanals; die Panamakanalzone (auf beiden Seiten des
Wasserweges jeweils etwa 8 km tief, insgesamt 1431 km²) wurde 1903
Hoheitsgebiet der USA, der Kanal 1914 offiziell eröffnet. Mehr als 50
Jahre lang behandelten die USA Panama und den Kanal so, als sei beides
ihr Eigentum.
Dann entmachtete 1968 Omar Torrijos Herrera mit
Hilfe der Nationalgarde die zivile Regierung und handelte mit der
Regierung des US-Präsidenten Carter ein Grundsatzabkommen über die
schrittweise Übergabe des Kanals bis zum 1. Januar 2000 aus. 1978
ratifizierte Washington den Vertrag. Anfang der 90er Jahre intervenierte die USA noch einmal, um den Militärmachthaber General Noriega gefangenzusetzen.
Mit
einem Festakt an der Kanalschleuse feierte die Regierung von Panama am
14.12.1999 gemeinsam mit internationalen Gästen die Übergabe des
Panamakanals zum Ende des Jahres. Am 31.12.1999 wurde die Kontrolle
über die 1914 eröffnete wichtige Wasserstraße zwischen Atlantik und
Pazifik von den USA an Panama übertragen. Panama erhielt damit erstmals
seit seiner Unabhängigkeit (1903) die volle Souveränität über sein
Staatsgebiet. Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter war mit einer
amerikanischen Delegation angereist. Er hatte die Kanalübergabe 1977
mit der panamaischen Regierung nach schweren Auseinandersetzungen wegen
der US-Präsenz im Land beschlossen. Die rund 82 km lange Wasserstraße
wurde ab 1904 von den USA erbaut, nachdem sie Panama im
Unabhängigkeitskampf von Kolumbien unterstützt hatten. Die
Amerikaner kontrollierten einen 16 km breiten Landstreifen rund um den
Kanal. Seither wurden jährlich 13 000 Schiffe durch die Landenge
geschleust.
Die panamaische Regierung hat die Ausweitung der
Kapazitäten des Kanals in Angriff genommen. Im Herbst 2006 kam es im
Rahmen einer Volksabstimmung zu einem überwältigenden Votum zugunsten
des Kanals. Die Arbeiten sind bereits aufgenommen. |