Investitionsoffensive der Hilton-GruppeGleich mit 4 verschiedenen Hotelprojekten plant die Hilton-Hotelkette ihr Comeback nach Panamá im Lauf der kommenden zwei Jahre.
- Das
"Hilton Panamá" wird 351 Hotelzimmer bekommen auf 27 Ebenen in einem
Wolkenkratzer mit insgesamt 68 Stockwerken. Ein Kasino kommt da auch
rein. Dieses Hotel entsteht in der Av. Balboa.
- Nicht weit weg in
Obarrio entstehen die "Embassy Suites" in der Nachbarschaft von der
Credicorp Bank und der Global Bank (Calle 50). 72 Stockwerke wird das
Gebäude haben, es entstehen 306 Hotelzimmer. 32 Stochwerke werden
vermietet an Büros etc.
- Im Bereich Via España und Avenida
Federico Boyd entsteht Hiltons "Doubletree Hotel", das betrieben werden
wird von "Blue Star Hospitality". 213 Zimmer entstehen dort auf 8
Stockwerken.
- Das "Hilton Garden Inn Panama" entsteht im bei
Touristen beliebten Gebiet von El Cangrejo. Betrieben werden wird es
von "Metropolitan Hotels". 163 Zimmer entstehen sowie 7 Suites. Es wird
das preiswerteste Hotel der Hilton Gruppe in Panamá werden.
Daniel
Hughes, zuständig bei Hilton für die Karibik, Mexiko und Lateinamerika
gibt zu erkennen, daß Hilton nicht den Anschluß verpassen will in einer
der am stärksten wachsenden Orte der Region.
Englischer O-Ton: "We
are very excited about these developments in the city of Panama and our
return to this beautiful city. These additions reinforce our commitment
to have a presence in one of the fastest growing destinations in the
region. We’re looking forward to being part of a thriving city that
continues to offer some of the best tourist attractions in the region."
Ein deutlicher Fingerzeig für potentielle Investoren.
Die Hilton-Gruppe hat es sich bestimmt gut überlegt, bevor sie sich zu dieser Offensive entschloß. Die derzeitigen Marktpreise werden nicht mehr ewig Bestand haben - zumal es eine wirkliche Wirtschaftskrise in Panamá ja gar nicht gibt.
Und dann kommt noch der Schwung dazu, den die neue Regierung Martinelli bringt ab 1. Juli 2009.
Es hat sich bedeutendes getan in Panamá am 3. Mai 2009.
Ein
Wirtschaftstycoon wird ab 1. Juli 2009 Panamá regieren. Der künftige
Präsident Panamás, Ricardo Martinelli, ist Eigentümer der großen
Supermarktkette "Super99" und steht für Wirtschaftsliberalismus und
Belohnung von Leistung statt für "Neidbesteuerung". Und Ricardo
Martinelli wurde nicht knapp gewählt. Noch nie in der Geschichte
Panamás konnte ein Präsidentschaftskandidat so viele Wählerstimmen auf
sich vereinen. Das ist ein bedeutendes Zeichen.
60,38% lautete
das Ergebnis Martinellis nach Auswertung von 90% der Wählerstimmen.
Balbina Herrera von der bisherigen Regierungspartei kam auf eher
kümmerliche 37,24%. Der dritte Kandidat, Guillermo Endara, errang 2.38%
der Wählerstimmen. Das endgültige Wahlergebnis wird an dieser Stell
ergänzt, sobald es vorliegt - vermutlich kommenden Donnerstag.
Als
der Sieg Martinellis gegen 18.30 p.m. am Sonnntag, dem 3. Mai 2009,
feststand, verwandelte sich die Calle 50 in der Hauptstadt in eine
Partymeile. Endlose Autokarawanen fuhren laut hupend durchs
Bankenviertel.
Die bisherige Regierungspartei PRD - eher
vergleichbar mit der deutschen Sozialdemokratie - ist in ihren
30%-Kanal der Stimmen zurückgefallen. Der Wahlsieg Torrijos mit 47% der
Stimmen vor 5 Jahren war das Ergebnis davon, daß er der Sohn Omar
Torrijos ist, dem die Panamaer nie vergessen werden, daß er die
Grundlage dazu legte, daß der Kanal im Jahr 2000 in die Souveränität
von Panamá fiel. 32% erreichte die PRD bei den Präsidentschaftswahlen
1994; 37% im Jahr 1999 und 47% dann mit Torrijos 2004; nun ist man
wieder bei 37%.
Der noch amtierende Präsident Panamás, Martín
Torrijos, anerkannte den Wahlsieg Martinellis recht frühzeitig und lud
ihn für Dienstag in den Präsidentenpalast ein, um den Übergang der
Macht möglichst reibungslos vollziehen zu können. Bei den Wahlen im
Jahr 2004 war Martinelli als Gegener Torrijos noch auf nur 5,3% der
Stimmen gekommen und damit auf dem letzten Platz der Kandidaten
gelandet.
"Vor 10 Jahren hätte niemand einen Silberling darauf
gegeben, daß wir die Präsidentschaft erringen, wir waren wenige; nun
aber sind wir viele", erklärte Martinelli nach seinem vom Ausmaß her
historischen Triumph. "Am 1. Juli beginnt der Wandel", versprach er
seinen jubelnden Anhängern.
Flat Tax
Eines der Hauptanliegen des künftigen Präsidenten Ricardo Martinelli ist die Einführung einer sog. "Flat Tax".
Ausgearbeitet
wurde das Programm zur Einführung einer einheitlichen niedrigen Steuer
für Einnahmen im Inland vom Hauptberater Martinellis in Wirtschafts-
und Finanzfragen, Frank De Lima. Diskutiert wird eine einheitliche
Steuer - also ohne Progression - für natürliche Personen zwischen 12%
und 17%. Für juristische Personen soll die Steuer irgendwo liegen
zwischen 18% und 22%, derzeit sind das 30% des Gewinnes. Hier bedarf es
noch detaillierter Berechnungen. Die Steuern wären damit deutlich
abgesenkt. Allerdings gibt es derzeit zahlreiche Ausnahmen, viele
Bereiche genießen Steuervorteile, so etwa die Banken. Das würde dann
entfallen. Nach Auffassung von Martinelli und seinem Team sei eine einheitliche
Flat Tax einfacher, sie würde weniger Verwaltungsaufwand verlangen. Bei
der einfachen und niedrigen Besteuerung würde es weniger Modelle geben
zur Steueroptimierung innerhalb Panamás. Auch lohne sich im Ergebnis
bei geringen Steuern Steuerhinterziehung nicht mehr. Nicolas Sarkozy
und Angela Merkel sollten die Ohren klingeln.
Vorteilhaft wird
eine derartige Flat Tax sein für Investoren aus dem Ausland, die in
Panamá selbst aktiv werden wollen und dann ihre Inlandsgewinne
natürlich normal zu besteuern hätten. Die einfache und logische
Rechnung: Weniger Steuern = mehr Auslandsinvestoren.
Das
territoriale Besteuerungssystem, demgemäß im Ausland erzielte Gewinne
und Einnahmen stets steuerfrei bleiben, wird nicht angetastet. Das ist
lateinamerikanische Tradition und Grundlage eines jeden Denkansatzes.
Panamá wäre das erste Land Lateinamerikas mit einer Flat Tax.
Ein Zeichen für Lateinamerika
Während
in anderen Ländern Lateinamerikas eher linkslastige Kandidaten
Mehrheiten finden, hat Panamá völlig konträr votiert - und das noch in
Form des von Martinelli vorausgesagten "Tsunami an Wählerstimmen".
Kathryn
Rooney, zuständig für die Marktbeobachtung Panamás der in Miami
ansässigen "Bulltick Capital" Investmentbank, erklärte, es sei positiv,
daß in Panamá in einer Situation, in der Wähler anderer Länder sich
politisch links orientieren, in Panamá man einen liberal-konservativen
Geschäftsmann und Multimillionär an die Staatsspitze berufe. Die Halter
panamaischer staatlicher Zertifikate werden die Wahl begrüßen, die
Position Panamás wäre durch das Wahlergebnis abermals gestärkt worden.
Die
neue Regierung steht voll hinter dem Ausbau des Panamákanals. Dieses
Investment wird sich von allein bezahlt machen, wenn erst die
Konjunktur weltweit wieder anzieht, erklärte Finanzfachmann Frank De
Lima aus dem Team Martinellis. Die staatliche Kanalverwaltung soll
allerdings so umstrukturiert werden, daß sie wie ein Privatunternehmen
arbeitet, also schlank und effizient.
"Schlank & effizient"
ist für De Lima auch das Stichwort zum Thema "Regierungsapparat und
Verwaltung". "Da ist viel Fett wegzuschneiden", erklärte er und meinte
damit die Notwendigkeit, Personalkosten einzusparen.
De Lima
erklärte weiter, daß Panamá in Sachen "Abschaffung und Verwässerung von
Bankgeheimnis" nicht mitmachen werde. Die Privatsphäre sei fundamental
und stehe nicht zur Disposition. Automatische Informationsweitergaben
werde es nicht geben. Nur in Einzelfällen und aufgrund gerichtlichen
Beschlusses kann es zu Auskünften kommen. Das sagt schon das
panamaische Geldwäschegesetz, das allerdings den Tatbestand der
Steuerhinterziehung nicht aufzählt. Mit Drogengeldern will auch ein
Land wie Panamá nichts zu tun haben.
Ein weiterer Schwerpunkt
soll die Förderung des Tourismus werden. "Panamá bietet Karibik ohne
Hurrikans", erklärte De Lima. Panamá könne mit seiner Natur, den
Tropenwäldern, den Bergen bis zu 3.000m Höhe und langen Stränden sowohl
am Atlantik wie am Pazifik ein bedeutendes touristisches Reiseziel
werden. Deshalb werde man massiv in die dafür erforderliche
Infrastruktur investieren. Dort, wo die touristischen Resorts sind, muß
auch ein internationaler Flughafen in der Nähe sein. Das hört sich so
an, als würden die Pläne eines weiteren internationalen Flughafens in
Antón (Coclé) näher rücken.
Kein linkslastiger romantischer
Träumer hat die Wahlen in Panamá gewonnen. Panamá wird ab Juli regiert
von einem Unternehmer, einem Selfmademan, der alles das, was er hat,
sich selbst mittels harter Arbeit geschaffen hat. Als Multimillionär
muß er an seinem Präsidentenamt sich nicht mehr zusätzlich bereichern.
Viele Panamaer gehen davon aus, daß er genauso zielstrebig wie als
Unternehmer nun als Präsident Panamá weiter nach vorn treiben wird.
Link: TIME vom 5. Mai 2009 zur Wahl, anklicken H I E R
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